Die Vision

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Zermatt war schon immer ein Ort, an dem Visionen und Pioniergeist auf fruchtbaren Boden stiessen und gedeihen konnten. Auch heute strotzt das Dorf von Visionen. Eine davon ist das «Alpine Crossing».

Franz Julen, der Verwaltungsratspräsident der Zermatt Bergbahnen AG, umschreibt die Vision «Alpine X» folgendermassen: 

Visionen haben in Zermatt Tradition. Denn ohne Visionen wäre Zermatt nicht, was es heute ist: eine der weltweit am besten positionierten und erfolgreichsten Tourismus-Destinationen. Der im Herbst 2018 eröffnete «Matterhorn glacier ride» führt diese Tradition fort. Doch der Bau der höchsten 3S Bahn der Welt auf das Matterhorn glacier paradise (Klein Matterhorn) ist wiederum nur der Anfang einer viel grösseren Vision: die durchgehende Seilbahnverbindung zwischen Zermatt und Italien. Das sogenannte «Alpine X». Diese Alpenüberquerung wird mit einer weiteren baugleichen 3S Bahn zwischen Testa Grigia und dem Matterhorn glacier paradise ermöglicht. Im Herbst 2021 soll es soweit sein, dass Besucher erstmals trockenen Fusses von Zermatt nach Cervinia oder umgekehrt reisen können. Wir versprechen uns davon eine weitere Aufwertung unseres Skigebietes aber auch des Ausflugstourismus auf den Peak Matterhorn glacier paradise.
 

"ZERMATT STEHT NIE STILL. UND DIE ZERMATT BERGBAHNEN NEHMEN DABEI EINE WICHTIGE ROLLE EIN. WIR WOLLEN AUCH IN ZUKUNFT VISIONEN ENTWICKELN UND BEDEUTENDE PROJEKTE UMSETZEN."

 

FRANZ JULEN

Verwaltungsratspräsident der Zermatt Bergbahnen AG

Beim Projekt «Alpine X» steht ganz klar das Ausflugsziel Matterhorn glacier paradise im Zentrum. Die höchste Bergstation Europas mit seinen Sehenswürdigkeiten erfreut sich bereits heute grosser Beliebtheit. Über 400'000 Gäste besuchen jährlich das Klein Matterhorn. Diesen einzigartigen Peak soll auch Gästen von Italien aus kommend nicht mehr vorenthalten werden. Aktuell ist die Reise von Breuil-Cervinia zum Matterhorn glacier paradise nur per Ski oder Snowboard zu meistern. Die Gäste müssen dafür mit der Seilbahn von Cervinia nach Testa Grigia fahren, dort werden die Sportgeräte angeschnallt und die Abfahrt Richtung Trockener Steg in Angriff genommen. Von dort gelangt man mit dem Matterhorn glacier ride zum Peak. 

Mit dem Projekt «Alpine X» soll die Verbindung zwischen Testa Grigia und dem Matterhorn glacier paradise hergestellt werden. Wenn die Sektion eröffnet wird, ist es möglich, das Klein Matterhorn auch von der italienischen Seite her bequem als Fussgänger zu erreichen. Die komplette Verbindung von Breuil-Cervinia nach Zermatt via Matterhorn glacier paradise wird sogar rollstuhlgängig sein. Das Alpine X wird nicht nur für die Gäste, welche in Cervinia ihre Ferien verbringen, einen Mehrwert bringen. Die Zermatt Bergbahnen AG denkt noch einen Schritt weiter. 

Die Schweizer sind Meister im Tunnelbau und im Erschliessen von kurvigen Passstrassen. Tunnels sind eine perfekte Lösung, wenn man Zeit sparen will, zu sehen gibt es jedoch nichts. Für den Pendlerverkehr die von Vorteil, der Tourist hat jedoch eine ganz andere Vorstellung von Transportmitteln und will in kurzer Zeit so viel wie möglich sehen und erleben. Hierfür liefert das Alpine X die perfekte Alternative zur eintönigen Tunnelfahrt.

Für Europareisende bieten sich mit der neuen Seilbahnverbindung sodann auch ganz neue Möglichkeiten in der Reiseroutengestaltung. Zum Beispiel: Vom Flughafen in Mailand aus, geht es per Zug und Bus durch das idyllische Aostatal Richtung Breuil-Cervinia, wo man sich zuerst einmal vom anstrengenden Flug erholt. Am nächsten Tag besteigt man dann die Seilbahn und los geht die spektakuläre Fahrt über die Alpen. Bequem und sorgenfrei wird das sperrige Gepäck direkt in die gebuchte Unterkunft in Zermatt gebracht. Auf fast 4’000 m ü. M. – auf dem Matterhorn glacier paradise - ist dann Zeit für einen kleinen Zwischenstopp. Beim Anblick der 38 Viertausender von der Aussichtsplattform aus kommt jeder ins Staunen. Für Zwischenverpflegung wird im Restaurant Matterhorn glacier paradise gesorgt und wer noch noch einen Zeitvertreib sucht, für den ist ein Besuch des Gletscher-Palasts und der Cinema Lounge genau das Richtige. Mit dem Matterhorn glacier ride und dem Matterhorn-Express geht’s dann weiter hinunter ins Dorf Zermatt. Nachdem das Hotel in Zermatt bezogen ist stehen Kulinarik, Shoppen, Wandern, Biken oder Skifahren auf dem Programm. Aufgrund der enormen Angebotsvielfalt sollten gleich mehrere Tage in Zermatt verbracht werden. Und sobald die Reise weitergehen soll: Einfach mit dem Zug Richtung Visp, und dann immer der Nase nach, zum Beispiel nach Paris.

Mailand, Zermatt, Paris - Eine Reise der ganz besonderen Art, die man so schnell nicht vergisst. 

Der Theodulpass, über den die Grenze zwischen Italien und der Schweiz verläuft, spielte während Jahrhunderten eine bedeutende Rolle als Verkehrs- und Handelsweg zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia. Mit der zunehmenden Popularität des Skisports und dessen Verbreitung im letzten Jahrhundert änderte sich auch die Bedeutung des Theodulpasses. Er wurde zum wohl meist befahrenen Pass der Alpen, wenn auch nicht mit Autos oder Motorrädern, sondern mit Skiern.

Es war der “Conto di Cervinia“, der Graf Lora Totino, welcher den Grundstein für die Erschliessung des Schwarzsee- und Theodulgebietes legte. Mit der Gründung der heute bekannten Cervino SPA bezweckte er die Schaffung einer Tourismusregion in den Tälern rund um das Matterhorn zur Förderung und Begünstigung des Reiseverkehrs mittels Luftseil-, Drahtseil- und Standseilbahnen. Ausgangspunkt dieses Projektes war Breuil–Cervinia. Von hier aus sollten die verschiedenen Bahnen erstellt werden.

In den Jahren 1935 bis 1939 erstellte diese italienische Gesellschaft die Luftseilbahn Cervinia–Testa Grigia in mehreren Sektionen. Am 04. März 1939 war es dann soweit: die Pendelbahn Plan Maison – Plateau Rosa (Testa Grigia) nahm ihren Betrieb auf und verband damit zum ersten Mal Zermatt mit Cervinia. Im selben Jahr lancierte die italienische Gesellschaft das Seilbahnprojekt Testa Grigia - Gandegg - Riffelberg. Die Zermatter Burger stimmten dem Projekt zu und erteilten den Italienern die Bau- und Durchfahrtsrechte für die nächsten 80 Jahre. Wäre alles so gekommen wie damals geplant, wäre bis 2018 ein grosser Teil des Zermatter Ski- und Wandergebietes durch die Cervino SPA wirtschaftlich genützt worden. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges kam das Projekt jedoch zum Erliegen und wurde nach Kriegsende auf Intervention der Gemeinde Zermatt nicht mehr weitergeführt.

1946 beschlossen die Zermatter Burger unter der Führung des damaligen Gemeinde- und Burgerpräsidenten Othmar Julen, die Skigebiete von Zermatt selbst zu erschliessen. Bereits 1956 wurde die erste Sektion Zermatt – Furi eröffnet. Ein Jahr später folgte die zweite Sektion Furi – Schwarzsee. 1979 folgte der nächste grosse Schritt. Mit der Eröffnung der Pendelbahn Trockener Steg - Klein Matterhorn wurden die Skigebiete Zermatt und Cervinia auch von Zermatter Seite aus verbunden. Der Bau der höchsten Bergstation Europas und der Seilbahn mit dem damals längsten Spannfeld der Welt war eine absolute Pionierleistung. Seit jeher ist es Skifahrern nun denn auch möglich, sich zwischen den Skigebieten von Zermatt und Cervinia zu bewegen. Fussgängern blieb dieser Übergang jedoch bis heute verwehrt.

Diese Tatsache änderte auch die Eröffnung des «Matterhorn glacier ride», der das Klein Matterhorn von nun an an 365 Tagen im Jahr erreichbar macht, nicht. 2021 wird die letzte Lücke zwischen Cervinia und Zermatt nun geschlossen werden. Mit der Verbindung Matterhorn glacier paradise - Testa Grigia realisiert die Zermatt Bergbahnen AG die höchste durchgehende Seilbahnverbindung der Alpen. Dank dem «Alpine X» wird mehr als 80 Jahre nach dem Zusammenschluss der Skigebiete von Zermatt und Breuil-Cervinia der Traum mehrerer Generationen rund um das Matterhorn wahr.

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