Photovoltaik an den Stationen der 3S Bahn

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29. MÄRZ 2018

Die neue 3S Bahn ist nicht nur in Sachen Bahnbau ultramodern und eine Meisterleistung der hochalpinen Baukunst, sondern sie wird auch an der Gebäudefassaden der Bahnstationen saubere Energie produzieren. Seit dem 30. Januar 2018 ist die Photovoltaik-Anlage an der Fassade der Talstation in Betrieb.

„Die Talstation der neuen 3S Bahn ist prädestiniert für eine Photovoltaik-Anlage“ sagt Stefan Aufdenblatten, Geschäftsleiter der EWZ Elektrizitätswerk Zermatt AG (EWZ). Sowohl der Standort als auch die zur Verfügung stehende Fläche seien optimal für die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Da sich ZBAG nachhaltig positioniert, stellt sie dem EWZ die Fassade für die Stromproduktion zur Verfügung. An der Süd- und Westfassade des Gebäudes wurden auf einer Fläche von 877m2 insgesamt 485 Module auf einer Pfosten-Riegelkonstruktion aus Aluminium angebracht, die an der Holzkonstruktion der Gebäudehülle befestigt wurde. Die Anlage an der Talstation der neuen 3S Bahn bringt eine Leistung von 135.8 kWp und einen Energieertrag 157‘200kWh pro Jahr, was dem Energiebedarf von ungefähr 35 Haushalten entspricht. Durch die Photovoltaik-Anlage können 23.4 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. 

Saubere und erneuerbare Energie durch Photovoltaik
Mithilfe von Photovoltaik wird die Strahlungsenergie des Sonnenlichts in nutzbaren Strom umgewandelt. Trifft Sonnenlicht auf die Solarzelle werden Elektronen in der Zelle angeregt, bewegen sich, und erzeugen durch ihre Bewegung Strom. Dieser wird dann über ein Stromkabel zum Wechselrichter transportiert. Ein Wechselrichter hat die Funktion, den in den Photovoltaikmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Dies ist nötig, da das Stromnetz mit Wechselstrom betrieben wird. Ausserdem übernehmen die insgesamt neun installierten Wechselrichter zahlreiche weitere Funktionen, wie etwa die Optimierung der Leistung der Photovoltaikmodule.

Durch die alpinen Wetterbedingungen auf fast 3'000 m ü.M. bedurfte es nicht nur einer sorgfältigen Auswahl der Module, sondern auch mehrerer zusätzlichen Stahlstützen um den Windlasten standzuhalten. Die Energie produzierenden Module sind etwas dicker als herkömmliche Module, damit sie den extremen Witterungseinflüssen wie u.a. Eisbildung oder Hagel unbeschädigt überstehen. 

Natürliche Lichteinstrahlung
Zwischen den Modulen wurden ausserdem 57 Glasfenster für die natürliche Beleuchtung des Gebäudes eingesetzt. Diese wurden so platziert, dass sie nicht nur im Einstiegsbereich natürliches Licht einfallen lassen, sondern auch in den Bereichen, die für die Revision und Instandhaltung der Bahn entscheidend sind. Das Resultat ist eine sonnenlichtdurchflutete Station und ein minimaler Einsatz von künstlichen Lichtquellen.

Energieproduktion seit 1894
Seit 1894 sichert die EWZ die Energieversorgung in Zermatt. Das Werk liefert nicht nur Strom an die EWZ-Kunden, sondern produziert diesen zum grössten Teil auch selber, Bereits 1894 wurde das Wasserkraftwerk Triftbach in Betrieb genommen. Mit dem stetigen Wachstum des Tourismus und des Dorfes wuchs auch der Energiebedarf. Deshalb wurde ab 1939 auch Wasser vom Zmuttbach zur Zentrale Triftbach geleitet. Durch die Zunahme des Wintersports in Zermatt stieg ab 1942 auch der Verbrauch von elektrischer Energie. Deshalb wurde ab 1947 durch einen weiteren Ausbau auch der Gornerbach gefasst und über Stollen und Hangleitungen in die Fassungsanlage Zmuttbach geführt. 1979 wurde zusätzlich die Zentrale Wiesti in Betrieb genommen. Im Jahre 2002 wurde das Kraftwerk Triftbach durch das Kraftwerk Mutt ersetzt. Mit diesen beiden Kraftwerken kann heute rund 60% des gesamten elektrischen Energiebedarfs von Zermatt abgedeckt werden. 
Seit Jahren prüft die EWZ verschiedene Möglichkeiten der Stromproduktion durch Photovoltaik. Mit dieser Zielsetzung wurde zusammen mit der Zermatt Bergbahnen AG das Projekt der Photovoltaik-Anlage an den Stationen der neuen 3S-Bahn lanciert. Die Zermatt Bergbahnen AG stellt der EWZ, der Eigentümerin der neuen Photovoltaik-Anlage, die Fassadenflächen der neuen Stationen für die Stromproduktion zur Verfügung.

Die dritte Photovoltaik-Anlage im Skigebiet
Seit April 2009 besteht die Fassade des Restaurants Matterhorn glacier paradise, welche durch die BKW AG gebaut und finanziert wurde, aus 108 Solarmodulen mit einer Leistung von 23‘650 Wp und einem durchschnittlichen Jahresertrag von 35‘000kWh. Für die sehr ertragreiche, an der Südfassade integrierte Photovoltaik-Anlage wurde die Zermatt Bergbahnen AG 2010 mit dem Schweizerischen und Europäischen Solarpreis ausgezeichnet. An der Station MEX Trockener Steg betreibt die Zermatt Bergbahnen AG seit 2010 eine weitere Photovoltaik-Anlage. Hier erbringen 99 Solarmodule eine Leistung von 21‘780 Wp und einen Jahresertrag um die 20‘000kWh. 
Die Fassade der Talstation der 3S Bahn ist somit die dritte Photovoltaik-Anlage im Skigebiet. Eine weitere Anlage wird an der sich zur Zeit im Bau befindenden 3S Bergstation entstehen.